Das Modell der Salutogenese (Antonovsky)

Medizinischer Ansatz: wie entstehen Krankheiten?
Salutogenetischer Ansatz: wie entsteht Gesundheit?
Ausgehend von der Frage nach den Faktoren die es dem Menschen ermöglichen, in einer Welt voller psychischer und körperlicher Stressoren und Krankheitserreger einen erträglichen Gesundheitsstatus zu erhalten formulierte Antonovsky 1974 sein integratives Modell.
Demnach sind nicht Situationen an sich als schädigend zu beurteilen und zu bewerten sondern deren individuelle Einschätzung, Bewertung und Verarbeitung. Somit lässt sich die pathogene und /oder salutogene Wirkung steuern!!!
Nach seinen Vorstellungen befindet sich jeder Mensch auf einem Kontinuum zwischen extremen Befindlichkeitszuständen: dem negativen Pol ( disease) und dem positiven Pol ( Health ease).
Wesentlicher Bestimmungsfaktor für die Lokalisation auf diesem Kontinuum ist die individuelle Fähigkeit, Spannungszustände auszugleichen.

Dieser Spannungszustand wird vom Zusammenspiel dreierlei Faktoren gesteuert:

1. psychophysische Stressoren = als Stressoren sind alle jene Faktoren zu verstehen , die auf den Menschen einwirken und zunächst negative Anpassungen auslösen z.B. pathogene oder psychosoziale

2. Widerstandsquellen = Ressourcen die dem Menschen helfen negative Einflüsse auszugleichen
2.1. körperliche Widerstandsquellen
2.2. physikalische Widerstandsquellen
2.3. kognitive und einstellungsbezogene Widerstandsquellen
2.4. soziale Widerstandsquellen

3. Kohärenzsinn = Grundhaltung einer Balance zwischen Stressoren und Widerstandsquellen
Setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
3.1. Sense of Comprehensibility = Verstehbarkeit
3.2. Sense of Manageability = Handhabbarkeit
3.3. Sense of Meaningsfulness = Bedeutsamkeit

Widerstandsquellen und Kohärenzsinn bedingen sich gegenseitig.
Kohärenzsinn aktiviert und schöpft die Widerstandsquellen aus, umgekehrt beeinflussen die Widerstandsquellen den Kohärenzsinn.
So lassen sich durch geeignete Mittel des Sports nicht nur die Widerstandquellen „ füllen“,
sondern die Sporttherapie kann auch die Komponenten des Kohärenzsinns postitiv beeinflussen.