Kommunikation – Gesprächsführung in der Sporttherapie

Unter Kommunikation wird im allgemeinen Sprachgebrauch jedwede Form des Sich-Mitteilens in zwischenmenschlichen Situationen verstanden.
Dadurch impliziert Kommunikation nicht nur die gesprochenen Worte sondern auch paralinguistische Aspekte und körpersprachliche Ausdrucksformen.
Zusätzlich zum allgemeinen Sprachgebrauch kommt dem Wort Kommunikation auch noch eine tiefere Bedeutung zu. Diese vertiefte Bedeutung,-wir können auch von der Idee der Kommunikation sprechen-spielt eine Rolle, wenn wir eine professionelle ,-sprich,-therapeutische-Kommunikationsform ins Auge fassen. Dem können wir uns vom lateinischen Wortsinn her nähern: communicatio wird übersetzt mit den deutschen Begriffen: Gemeinsamkeit, Zusammenhang und Mitteilung.
Im Sinne dieser Übersetzungen können wir Kommunikation auffassen als ein „Suchen und Bemühen“ um gemeinsames Verstehen von Zusammenhängen auf der Grundlage des sich-mitteilens und des sich gegenseitig zu-rate-ziehens. Dabei kommt dem Gespräch naturgemäß eine außerordentliche Rolle zu.

Kommunikationsforscher stellten einige Grundeigenschaften menschlicher Kommunikation heraus, hier zwei genannt:
–    kein Mensch kann in zwischenmenschlichen Situationen nicht kommunizieren.
Jedes Verhalten,-auch Schweigen, Unsinn machen oder reden, Absonderung und Reglosigkeit -hat Mitteilungscharakter.
–    Jede sprachliche Kommunikation hat eine Inhalts,-oder Sachebene , auf der der sachliche Inhalt mitgeteilt wird , und gleichzeitig eine Bezugs,-oder Botschaftsebene auf der mitgeteilt wird, wie dieser Inhalt gemeint ist, in welcher Beziehung der Sprecher zu dem Inhalt und zu dem Empfänger der Mitteilung steht.
Die Inhaltsebene hat kaum Spielraum für Missverständnisse, anders als die Bezugsebene.
Die Bezugsebene kann darüber hinaus noch differenziert werden in folgende Ebenen:
–    Selbstoffenbarungsebene
–    Appellebene
–    Beziehungsebene

Bedeutung für die Sporttherapie:
Die besondere Einbeziehung pädagogischer, psychologischer und soziotherapeutischer Elemente sowie die Möglichkeit des gruppentherapeutischen Settings ind nur durch eine ausreichende Bereitstellung und Verwirklichung von Kommunikationsformen möglich, die gegenseitiges Verstehen und die Reflexion von Entwicklung fördern.
Verhalten basiert auf Einstellungen, d.h. auf inneren Normen und Werten, die erst zu mehr oder weniger bewussten Erlebens,-und Verhaltensgewohnheiten führen.
Eine dauerhafte Verhaltensänderung innerhalb eines freiwilligen und mündigen Therapieprozesses kann nur durch eine Einstellungsänderung des Patienten zustande kommen.
Das bedeutet aber, dass beide, Therapeut und Patient, erst einmal Kontakt und damit Einsicht in die Einstellungswelt des Patienten bekommen müssen.
Auf dieser Grundlage können dann- mehr oder weniger gemeinsam- Wege gesucht werden, Einstellungen zu überprüfen, neue Erfahrungen aufgrund probeweise geänderter Einstellungen zu machen und gegebenenfalls auf bleibende Verhaltensänderungen hinzuwirken.
Aus der vorstehenden Diskussion lassen sich für den Sporttherapeuten folgende Kommunikationsfähigkeiten benennen:
–    Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung
–    Fähigkeit zur Personenwahrnehmung
–    Fähigkeit zur Gruppenwahrnehmung
–    Fähigkeit zu kommunikativer Handlungsfähigkeit

Im Einzelnen ergeben sich innerhalb eines sporttherapeutischen Prozesses für die Kommunikation folgende, aufeinander aufbauende Ziele:
–    herstellen einer Verbindung und Vertrauen schaffenden therapeutischen Beziehungsebene
–    Entwicklung einer gemeinsamen Arbeitshaltung, in der die fachkompetente Führung sowie die Wahrnehmung des Sporttherapeuten dialogisch neben der Selbstwahrnehmung und Selbsterforschung des Patienten stehen.
–    Austausch über innere und äußere Zusammenhänge der Krankheit, über ihre Konsequenzen,
und über mögliche Veränderungen von inneren und äußeren Zusammenhängen- dies     selbstverständlich im Rahmen des institutionellen Arbeitsauftrages und im Rahmen der     Möglichkeiten des Patienten