Chronische Bronchitis

Entsprechend der WHO-Definition wird eine Bronchitis mit Husten und Auswurf , die in zwei aufeinanderfolgenden Jahren je mindestens drei Monate dauert als chronische Bronchitis bezeichnet.

Ätiologie:

von überragender Bedeutung ist das Rauchen. Weitere chronische Bronchialreize sind Schadstoffe in der Luft durch die bestehende Umweltbelastung oder eine berufliche Staubexposition. Auch rezidivierende Atemwegsinfekte spielen eine Rolle.
Sekundäre Formen der chronischen Bronchitis treten begleitend bei veschiedenen Grundkrankheiten auf, wie bei der chronischen Lungenstauung bei Linksherzinsuffizienz, beim Lungenemphysem oder bei Asthma Bronchiale.

Klinik:

Man unterscheidet anhand des klinischen Bildes drei Bronchialformen:
–    einfache chronische Bronchitis : durch die Hyperplasie  der Schleimhaut mit den Schleimdrüsen kommt es zu Auswurf ohne Atemnot und zu Husten durch unzureichenden Abtransport des Schleims.
–    Eitrige chronische Bronchitis: durch bakterielle Superinfektion entsteht ein eitriger Auswurf
–    chronisch obstruktive Bronchitis: durch Schleimhautschwellung, Schleimbildung und Bronchospasmus kommt es neben Husten und Auswurf zur Atemnot
Beide erstgenannte Formen gehen bei lange bestehenden Bronchialreizen regelmäßig in eine obstruktive Bronchitis über.

Komplikationen:Wie bei allen obstruktiven Atemwegserkrankungen kann sich eine respiratorische Insuffizienz mit Zyanose entwickeln.
Ebenso ist die Ausbildung eines Lungenemphysems, eines chronischen Cor Pulmonale und von Bronchiektasen möglich.
Die Bedeutung der chronischen Bronchitis wird vollkommen unterschätzt: sie ist die vierthäufigste Erkrankung und bedingt ca 10% aller Frühinvaliditätsfälle.

Diagnose:

Die Diagnose wird in erster Linie klinisch erstellt. Es müssen jedoch andere Krankheitsbilder, insbesondere Tuberkulose oder Malignome ausgeschlossen werden.

Therapie:

Ausschaltung der Bronchitis-auslösenden Reize. Bakterielle Zusatzinfektionen werden antibiotisch behandelt. Das Abhusten des Schleims kann auf verschiedene Weise gefördert werden.
Akute Bronchitiden  heilen i.d.R. innerhalb vier Wochen komplikationslos ab. Sie sind meist bedingt durch virale oder bakterielle Erreger im Rahmen von Erkältungkrankheiten.