Arterielle Hypertonie

Eine arterielle Hypertonie liegt vor, wenn wiederholte Messungen eine Erhöhiung des Blutdrucks über den Normbereich bestätigen.
WHO-Definition:
Normbereich systolisch bis 139 mmHg, diastolisch bis 89 mmHg
Grenzbereich systolisch 140-159 mmHg, diastolisch 90-94 mmHg
Hypertonie systolisch ab 160 mmHg , diastolisch 95 mmHg und höher

Ätiologie: Nach der Ursache werden zwei Hauptformen unterschieden:
1. primäre (essentielle) Hypertonie : Hierbei kommt es ohne erkennbare organische Ursache zur Blutdruckerhöhung. Mit 80-90% der Fälle ist sie die weitaus häufigste Form. Eine Rolle bei der Entstehung spielen wohl eine familiäre Disposition , häufige Stressituationen, Übergewicht und hoher Kochsalzkonsum.
2. Sekundäre (symptomatische) Hypertonie: sie tritt in ca 10-20% der Fälle als Folge bestimmter Grunderkrankungen auf, z.B.
– renale Hypertonie wird durch Nierenerkrangungen hervorgerufen und ist die häufigste     sekundäre Form.
–    endokrine Hypertonie: Hormone bewirken Erhöhung des Blutdrucks
–    kardiovaskuläre Hypertonie: tritt bei bestimmten Herzfehlern oder Verengungen der thorakalen Aorta auf.
Klinik: Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Sehstörungen, Ohrensausen und eine Belastung des Herzens.

Komplikationen: Man unterscheidet zwischen den sich langsam über Jahre hinweg entwickelnden und den- seltenen- akut auftretenden Komplikationen.
Beim nicht behandelten Hypertoniker treten chronische Veränderungen in Abhängigkeit von der Blutdruckhöhe obligatorisch auf. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Begünstigung der Arterioskleroseentstehung, die wiederum, je nach betroffenem Organ, typische Krankheitsbilder verursacht:
–    Gehirn: es besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Schlaganfalls.Über 90% der Apoplexien gehen mit einem Hypertonus einher.
–    Herz : das entstehen einer koronaren Herzkrankheit und somit eines Herzinfarktes wird begünstigt. Zusätzlich bewirken hohe Blutdruckwerte eine Linksherzbelastung, die schließlich zu einer Linksherzinsuffizienz führt.
–    Niere: durch die Arteriosklerose der kleinen Nierenarterien kommt es zu Nierenschäden bis zur Schrumpfniere.
–    Auge: am Augenhintergrund kommt es je nach Höhe des Blutdrucks zu typischen Veränderungen, die in ausgeprägten Stadien zu Verkalkungen der Netzhautarterien und zu Degenerations,-und Blutungsherden der Netzhaut führen. Somit können Sehstörungen  bis zur Erblindung hervorgerufen werden.

Die akut auftretende Komplikation ist die hypertone Krise.
Bei dieser Notfallsituation kommt es kurzfristig zu einer ausgeprägten Blutdruckerhöhung bis über 300mmHg systolisch. Durch die akute Überlastung des Herzens kann hierbei eine akute Linksherzinsuffizienz mit Lungenödem auftreten. Zusätzlich entwickelt sich häufig ein Hirnödem mit Übelkeit, Bewußtseinsstörungen oder Krämpfen. Gehäuft sieht man bei Hochdruckkrisen einen Apoplex v.a. durch die Ruptur eines Gehirngefäßes.

Diagnose:  Die Diagnose ist einfach durch wiederholte Blutdruckmessungen zu stellen. Entsprechende Untersuchungen schließen eine organische Ursache aus.

Therapie:
allgemein:Gewichtsreduktion und kochsalzarme Ernährung,
medikamentös: Diuretika, Beta-Blocker usw
operativ: Gefäßmißbildungen oder hormonproduzierende Tumoren können operativ entfernt werden
und somit Hypertonus kausal behandeln.